19,90 

Der Vollstrecker

Johann Reichhart. Bayerns letzter Henker

Wer war der Mann, der als Bayerns letzter Henker die Geschwister Scholl köpfte?

Der Name des letzten Henker Bayerns ist Johann Reichhart.

Und wenn du lange in einen Abgrund blickst,
blickt der Abgrund auch in dich hinein.
Friedrich Nietzsche

Hans und Sophie Scholl werden am 22. Februar 1943 zum Tod verurteilt und noch am gleichen Tag hingerichtet. Die Exekution lässt Staatsanwalt Walter Roemer anberaumen, enthaupten wird sie Johann Reichhart. 1972 stirbt der »Vollstrecker« gesellschaftlich geächtet und verarmt, Roemer macht im Nachkriegsdeutschland Karriere im Bundesjustizministerium.

Wer war dieser Mann, der nicht nur die Geschwister Scholl, sondern auch das Ehepaar Otto und Elise Hampel – literarisches Vorbild für das Ehepaar Quangel in Hans Falladas Weltbestseller »Jeder stirbt für sich allein« – köpfte? Sicher ist Johann Reichart eine Nebenfigur der Geschichte und dennoch prägt er durch seinen Beruf als Bayerns Henker die Geschichte wesentlich mit. Denn es sind die vielen randständigen Biografien, die den Lauf der Geschichte mitbestimmen. Nach dem Zweiten Weltkrieg richtete Reichhart für die US-Armee mehr als 150 Nationalsozialisten hin. Am Ende seines Lebens waren es mehr als 3160 Exekutionen: Er war ein Vollstreckungsarbeiter für jede Saison. In den 1960er-Jahren bekannte er allerdings: »Ich tät’s nie wieder!«

Roland Ernst hat auf Basis vieler bislang unveröffentlichter Dokumente und Akten eine umfassende Darstellung des letzten Henker Bayerns vorgelegt. Johann Reichharts Lebensweg schockiert, befremdet und berührt gleichzeitig. In jedem Fall wirft er die Frage nach dem verantwortlichen Handeln eines Individuums in der Verstrickung politischer Zeitläufe auf – ein Thema, dem es sich mehr denn je zu stellen gilt.

Reichhart machte keine Weltgeschichte, aber er nahm an ihr teil – als Diener drei verschiedener Systeme, die jeweils das Vorgängersystem vernichteten. Die Weimarer Republik wurde durch das »Dritte Reich« und das »Dritte Reich« durch die alliierten Besatzungsmächte hinweggefegt. Aber eines hatten sie alle gemeinsam: Johann Reichhart war in allen Systemen Henker – eine kleine Vollzugsmacht für alle Mächte, gewissermaßen ein Saisonarbeiter der Vollstreckung.
Roland Ernst in seiner Biografie über Bayerns letzten Henker

Blick ins Buch Bayerns letzter Henker
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Die unfassbare Biografie des Mannes, der Hans und Sophie Scholl sowie über 3.000 weiteren Menschen das Leben nahm. Johann Reichart als Bayerns letzter Henker.

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ISBN: 978-3-96233-102-3 Kategorien: ,

Beschreibung

Wer war der Mann, der als Bayerns letzter Henker die Geschwister Scholl köpfte?

Der Name des letzten Henker Bayerns ist Johann Reichhart.

Und wenn du lange in einen Abgrund blickst,
blickt der Abgrund auch in dich hinein.
Friedrich Nietzsche

Hans und Sophie Scholl werden am 22. Februar 1943 zum Tod verurteilt und noch am gleichen Tag hingerichtet. Die Exekution lässt Staatsanwalt Walter Roemer anberaumen, enthaupten wird sie Johann Reichhart. 1972 stirbt der »Vollstrecker« gesellschaftlich geächtet und verarmt, Roemer macht im Nachkriegsdeutschland Karriere im Bundesjustizministerium.

Wer war dieser Mann, der nicht nur die Geschwister Scholl, sondern auch das Ehepaar Otto und Elise Hampel – literarisches Vorbild für das Ehepaar Quangel in Hans Falladas Weltbestseller »Jeder stirbt für sich allein« – köpfte? Sicher ist Johann Reichart eine Nebenfigur der Geschichte und dennoch prägt er durch seinen Beruf als Bayerns Henker die Geschichte wesentlich mit. Denn es sind die vielen randständigen Biografien, die den Lauf der Geschichte mitbestimmen. Nach dem Zweiten Weltkrieg richtete Reichhart für die US-Armee mehr als 150 Nationalsozialisten hin. Am Ende seines Lebens waren es mehr als 3160 Exekutionen: Er war ein Vollstreckungsarbeiter für jede Saison. In den 1960er-Jahren bekannte er allerdings: »Ich tät’s nie wieder!«

Roland Ernst hat auf Basis vieler bislang unveröffentlichter Dokumente und Akten eine umfassende Darstellung des letzten Henker Bayerns vorgelegt. Johann Reichharts Lebensweg schockiert, befremdet und berührt gleichzeitig. In jedem Fall wirft er die Frage nach dem verantwortlichen Handeln eines Individuums in der Verstrickung politischer Zeitläufe auf – ein Thema, dem es sich mehr denn je zu stellen gilt.

Reichhart machte keine Weltgeschichte, aber er nahm an ihr teil – als Diener drei verschiedener Systeme, die jeweils das Vorgängersystem vernichteten. Die Weimarer Republik wurde durch das »Dritte Reich« und das »Dritte Reich« durch die alliierten Besatzungsmächte hinweggefegt. Aber eines hatten sie alle gemeinsam: Johann Reichhart war in allen Systemen Henker – eine kleine Vollzugsmacht für alle Mächte, gewissermaßen ein Saisonarbeiter der Vollstreckung.
Roland Ernst in seiner Biografie über Bayerns letzten Henker

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Zusätzliche Information

Focus online

»Johann Reichharts Leben sei tragisch gewesen, schreibt der Historiker Roland Ernst in seinem Buch – aber es habe noch viel mehr Tragik ausgelöst.« Armin Fuhrer, 16.05.2019

Spiegel

»eine aufwühlende biografische Studie« 01.06.2019

Münchner Merkur

»Reichhart (1893-1972) mag eine Nebenfigur in der deutschen Geschichte sein, aber eine wesentliche« Barbara Just, 01.06.2019

Produktdetails

  • Einband : Klappenbroschur
  • Seiten : 192

Über den Autor

Ernst, Roland

ROLAND ERNST wurde 1967 in Westerstede in Niedersachsen geboren. Er studierte Geschichte und Psychologie und arbeitet als Autor, Ghost-writer und psychologischer Coach, insbesondere für gesellschaftliche Randgruppen. Er veröffentlicht zu Themen wie Geschichte, Zeitgeschehen, Film, Design und Literatur u.a. in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Zudem ist er Gastdozent an der Georg-August-Universität Göttingen zum Thema »Todesstrafe«.